„Exzentrische Persönlichkeiten haben mich schon immer fasziniert“, sagt die aus Los Angeles stammende Sängerin/Songwriterin Aimee Mann. Auf ihrer siebten Solo-CD Smilers präsentiert sie dreizehn präzise ausgearbeitete neue Songs über das Innenleben von Menschen, die weitab von Scheinwerferlicht, Erfolg oder Ruhm leben. Einige von ihnen sind Wanderer auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, andere wollen ihn in einem Schnapsglas oder der blauen Trance eines Fernsehschirms finden, und wieder andere glauben immer noch an die Erlösung durch möglichst viel Geld.
Von den abgestumpften Figuren der zwielichtigen Welt eines Boxclubs im Stadtzentrum zu einem ehemaligen Finanzhai, der nach einer schweren finanziellen Niederlage nach Hause kommt, zeichnet Mann sparsame, lebendige Portraits von Menschen, die sich immer mit dem kleinsten Stück vom großen amerikanischen Kuchen bescheiden müssen. Ihre Songs sind voller Seele, Mitgefühl und letztendlich voller Hoffnung und Optimismus. Mann selbst findet: „Wenn ich über sie schreibe -- die Narzissten, Entertainer, Exzentriker, Besserwisser --, hilft mir das, ein paar Wahrheiten über die Welt und über mich selbst zu erkennen.“
Das Album blickt hinter das Lächeln, um etwas Tieferes, Aufschlussreicheres zu entdecken. Smilers bestätigt Manns Position als eine der unverwechselbarsten Songwriterinnen der Popmusik mit einem außergewöhnlichen Talent für schöne Melodien und einfühlsame Texte, die über bloße Platitüden hinausgehen.
Smilers nahm im Lauf der letzten zwei Jahre konkrete Formen an, während Mann an ihrem Konzeptalbum The Forgotten Arm (2005) und ihrer Weihnachts-CD Another Drifter in the Snow (2006) arbeitete.
Wo frühere Mann-Alben zu einem einsamen, weiträumigen Sound tendierten, klingt Smilers voller und größer und weist ein paar ungewöhnliche Elemente auf. „Wir wollten keine Anklänge an frühre Alben … Dieses Mal wollten wir einen anderen Stil und haben deshalb elektrische Gitarren durch verzerrte Wurlitzer, Clavinets und analoge Synthesizer ersetzt. Wir ließen Low-End und Rhythmusabteilung voll und organisch klingen, kombinierten Jay Bellroses eigenwillige Percussions mit meiner Akustikgitarre. Auf diesem Album ist die akustische Gitarre auf ganz neue Weise präsent.
Smilers spiegelt außerdem eine einzigartige kreative Phase in ihrer Karriere. Nach dem großen Erfolg ihres Magnolia-Soundtracks, der für einen Oscar, einen Golden Globe und einen Grammy nominiert wurde, schlugen Manns Musik und Karriere eine neue Richtung ein. „Magnolia warf für mich ein neues Licht auf das Konzept von Musik und Film“, sagt sie. „Plötzlich sah ich mein Songwriting aus einem anderen Blickwinkel. Forgotten Arm schrieb ich als eine Art Soundtrack zu einem Fantasiefilm. Das ist eine gute Herangehensweise. Man selbst bleibt außen vor und versetzt sich in einen anderen Menschen.
Langjährige Mann-Fans werden feststellen, dass Smilers viel von der Melodiösität hat, die ihnen von Aimees früheren Alben vertraut ist. Neue Fans wird die Macht ihrer sparsamen Sprache erstaunen. Smilers ist eine willkommene Begegnung mit Aimee Mann´s beispiellosen Songwriterfähigkeiten.
Internet: www.myspace.com/aimeemann