STRESS

Aller guten Dinge sind drei. Nach seinem ersten Solo-Opus (“Billy Bear”, 2003) vor vier Jahren und einem mit 35 000 Exemplaren verkauften zweiten Album (“25.07.03”, 2005), meldet sich STRESS in voller Pracht zurück: “RENAISSANCE” heisst sein drittes Album, ein Kondensat aus rohem Rap, souligen Refrains und poppigen Melodien, all dies mittlerweile typisches Markenzeichen des begabtesten und erfolgreichsten Schweizer Rappers dieses Jahrzehnts. Das neue Album ist produziert von Yvan (Double Pact), feat. Gimma, Baze, Nega, F, Karolyn, Zorg, Christian Wick (Favez), Dynamike, etc…

Der Autor, Komponist, Interpret und Schauspieler STRESS beweist sich mit 29 Jahren als neuer Held einer ganzen Generation. Das Album stieg als erstes Schweizer Rap Album auf # 1 in die Schweizer Charts ein. Es ist auch das erste mal dass ein Romand auf # 1 chartet und das erste mal das ein Rapper in der Schweiz Platin Status erreicht.

“RENAISSANCE” ist die Renaissance auch eines Landes: der Schweiz nämlich. Für den Rapper ist die alte Eidgenossenschaft tot und begraben: R.I.P. Switzerland! Eine neue Zeit ist angebrochen, die von einer Generation geprägt wird, die mit patriotischem Gesang und Heimatliedern nichts anfangen kann. Mit Gimma (GR) und Baze (BE) durchbricht STRESS die Klischees. Über den Umweg eines Anrufs an Christoph Blocher ruft er in «Ma Suisse» die neue Nation aus: «Meine Schweiz ist nicht neutral, sie kämpft für das, woran sie glaubt, hat keine Angst ganz laut das auszusprechen, was alle leise denken…». In «Mélodies dans nos vies» (feat. Dynamike) entwirft STRESS für die Jungen, denen die Orientierungspunkte fehlen, eine bessere Gesellschaft. Das in einer Schweiz, wo jeder seinen «Mode de vie» frei wählen könnte («Das ist meine Lebensart, in dieser Welt voller Laster, die Reichen urteilen über uns, denn wir folgen nicht ihren Codes…»)

STRESS, ein Rebell? Für seine Stellungnahmen gegen die SVP sowie seine von der homosexuellen Gemeinschaft als beleidigend eingestuften Texte wurde STRESS in Frage gestellt. Gleich am Anfang des Albums bringt es der Rapper auf den Punkt mit « Mais où ? », einem «dirty south» Stück mit spitzer Feder: «Ich spreche die Sprache der Strasse, es gibt einen Graben, das ist weiter nicht schlimm, ich würde meine Sprache nie eurer Befindlichkeit anpassen…». Volle Gefühle zeigt der Rapper in «Avenues» (feat. Karolyn), der ersten Single des Albums und die auch im Soundtrack zum Film «Breakout» zu finden sind, in dem STRESS eine Nebenrolle spielt: «Wir hatten nicht, oder besser noch, wir hatten nur uns, eine Handvoll Träume und eine Welt, die uns nicht will, also zünden wir dieses Hundeleben von beiden Seiten an…». Worte eines Verletzlichen. Tief aus dem Bauch kommt denn auch eines der schärfsten Stücke des Albums: «20.07.03», oder die Erzählung eines Falls in den Abgrund ohne Boden, schmerzliche Erinnerung an eine allzu nahe Vergangenheit.

Zwischen Revolte und Melancholie bewegt sich der Lausanner Rapper, ganz sich selber treu, mit einigen leichteren Titeln. Dazu gehören «Parés» (feat. Nega & F) und «Musique de Zoo», zwei Hip-Hop-Stücke für Clubs und die Bühne. Und die satirische Kolumne «Billyzeries» seines Doubles Billy Bear, die Pop-Ballade «Rester soi-même» an der Spitze der Hitparade Billy FM oder auch «Nous contre eux», ein unveröffentlichter Crunk-Rock-Versuch, der auch auf «Breakout» zu finden ist wie das elektrisierende «Alors viens!». Ein reiches und abwechslungsreiches Repertoire, ohne die von Zorg produzierte Folkballade «Elle & Moi» zu vergessen oder der altbackene Soul von «Nos guerres civiles», dessen Refrain ein Mädchenchor aus Monthey (VS) intoniert.

Ausgeführt durch Stress’ langjährigen Freund und Produzenten Yvan, mit Hilfe einiger neuer Leute (Version F, Sensei, Djayen…), zeigt sich «RENAISSANCE» von Anfang an als komplettes, innovatives und engagiertes Album und ist würdiger Nachfolger der vorherigen Werke, einzig mit einem Touch mehr Reife. Es besteht kein Zweifel daran, dass über dieses Album noch viel geschrieben werden wird…

Ausgewählte Diskografie:
„Billy Bear“ (Album, 2003) “GOLD” (, # 20 CH charts, 22 Wochen in Top 100
„Tu Me Manques“ feat Xavier Naidoo (Single, 2003) # 20 CH Single charts
„25.07.03“ (Album, 2005) “GOLD” # 3 CH Album charts, 55 Wochen in Top 100
„Libéré“ (Single , 2005) # 6 CH Single charts, 16 Wochen in Top 100
„Avenues“ (Single, 2007) # 4 CH Single charts
„Renaissance“ (Album, 2007) Platinum, # 1 CH Album charts


Internet: www.stressmusic.de